Mein Rennvelo steht im Keller, auf einer Rolle, vor einem Bildschirm. So kann ich bei Mathe-Vorlesungen von Prof. Dr. Edmund Weitz schwitzen, jüngst zum Thema Wahrheit.
Weitz legt die Entwicklung der Wahrheit mit Konzepten, algebraischen Zeichenketten, logischen Folgerungen, Selbstbezügen und Beweisen fundiert aus. Mathematiker von Weltrang haben in den letzten 2 500 Jahren mit ihren Beiträgen unsere Weltsicht geprägt.
Die Vorlesung überfordert mich zeitweise, wie der Rollentrainer, wenn er mehr als 10 % Steigung simuliert. Ebenfalls überfordert mich, wenn im Internet auf sozialen Medien Posts und Kommentare auftauchen, die, schwupps, verschwinden, wenn sie mit echten Tatsachen konfrontiert werden. was ist das – delete, und weg? Ein solches Konzept kommt in Weitz‘ Vorlesung nicht vor. Dafür die Aussage, dass mathematische Konzepte schon wahr waren, bevor wir sie überhaupt kannten.
Auf dem Boden sammeln sich Schweisstropfen, ich rolle aus. Dass Uzwil in den letzten 10 Jahren 92 Projekte 11 % unter KV abgeschlossen hat, kann man ohne Mathe-Studium auf Wahrheit überprüfen, ohne dass sie, schwupps, verschwindet. Fertig trainiert.