Gestreift

Ausgeprägte Muster müssen im Kampf ums Überleben einen Vorteil haben. Drum hat das Zebra Streifen. Da sind sich Biologen einig. Ob das Streifen-Muster im Strassenverkehr Anwendung deshalb findet? Fussgänger-Streifen gibt’s seit 1949. Für Biologen offen ist, ob Zebras mit ihren Streifen verwirren oder lästige Insekten fern halten wollen. Mindestens so kontrovers ist die Diskussion im Strassenverkehr. Zu viele Streifen, zu wenige Streifen, am falschen Ort. Die Einen wollen zurück zum alten Regime ohne Vortritt. Die Anderen fragen sich, wie man beim heutigen Verkehr ohne Streifen überhaupt noch über die Strasse kommt.

Die gelben Balken regeln den Vortritt. Sicherheit schaffen sie nur indirekt. In einer Kampagne überprüft der Kanton auf seinen Strassen die Fussgänger-Streifen, hebt einige auf oder passt sie an. Im Eiltempo. So auch an der Gupfenstrasse. Neu endet ein Übergang an der Waldburgstrasse im Nichts. Jetzt muss die Gemeinde nachbessern. Die Lösung? Noch nicht einmal gestreift.

Pendeln

Jeder Mensch könne pendeln, erfasse Schwingungen von Lebewesen und Gegenständen. Pendeln sei reine Übungssache. Selbst hartnäckige Kritiker müssten mit der Zeit erkennen, dass am Pendeln was dran sei. Pendeln sei eine uralte Praktik und der Nutzen mit modernen Methoden erforscht.

Pendeln bedeutet auch Verkehrschaos, volle Züge, Steuerabzüge. Im Jahr 2000 brauchten die Menschen in der Schweiz durchschnittlich etwa 23 Minuten für einen Weg zum Arbeitsplatz, heute sind es etwa 32 Minuten. Im Tagesablauf seien die Menschen zur Pendel-Zeit am unzufriedensten, schreibt Professor Mathias Binswanger. Die tägliche Völkerwanderung sei unnötig und eine Form der Selbstkasteiung. Trotzdem halten es viele Menschen für notwendig.

Uzwil hat auf 12 500 Einwohner rund 7 000 Arbeitsplätze, hat also das Potenzial für kurze Weg und zufriedene Menschen. Fakten oder Intuition: Wollen wir pendeln?