Meehr

Mehr Meer. So das Ziel, Nordsee. Auch da Wind und Wellen, Rauschen. Wasser und Wolken, Horizont. Kopf lüften, Sonne ins Hirn. Reise-Tipps verifizieren und die Sansibar trotzdem auslassen. Vom Wetter zu Hause schulterzuckend Kenntnis nehmen. Den Bücherturm endlich abtragen. Dabei von Helmut Plessner lesen. Der beschrieb 1924, dass es in der Politik ein ‚Recht auf Maske‘ gebe. Authenzität sei zweitrangig. Im Gegenteil. Politik verlange keine freundschaftlichen Gefühle. Weil man für Menschen einstehen müsse, die einem komplett fremd seien. So wie der Nachbar im Strandkorb. Mit ihm habe ich weder Vergangenheit noch Zukunft, nur Gegenwart. Drum muss ich auch den Bauch nicht einziehen. Meehr Luft zum Atmen, Ferien vor der Maske.

Noten

Ebbe. Kein Blau, kein Grün, auch kein Rot und Gelb. Das Notenfach im Portemonnaie ist leer. Also nichts wie zum Bancomat, Karte und Code rein, Karte raus und weg. Zack, über alle Treppenstufen zurück ins Auto. Als ich losfahren will, springt mir so ein „Latschi“ fast auf die Motorhaube. Das hätte mir grad noch gefehlt. Mein Fluch bleibt im Hals stecken. Er wedelt freundlich: „Haben Sie die Noten im Bancomat vergessen?“ Danke – macht Freude wie Ferien!