Adrenalin

Vorbereitung ist eine Frage des Respekts. Nur: wieviel Vorbereitung muss sein? Am Montag ist Bürgerversammlung. Der Gemeinderat könnte versuchen, in seinen einführenden Referaten jede erdenkliche Frage vorweg zu nehmen. Und so Vorbereitung beweisen. Das werden wir aber nicht tun. Sie hören zu Beginn eine kurze Einschätzung des Gemeinderats zu aktuellen Themen und zur Finanzlage. Dann sind Sie am Zug. Sie bestimmen mit Ihren Fragen, was Sie genauer wissen wollen. Wer fragt, führt. Und die Bürgerversammlung ist Ihre Plattform. Wenn Sie im Budgetheft keine Antwort finden, sollen Sie fragen. Und wir hoffen, sofort Antwort geben zu können. Auf dass gute Beschlüsse getroffen werden. Und dafür bereiten wir uns vor. Der Adrenalin-Spiegel könnte nämlich schon mal steigen. Vielleicht kommt man drum an eine Bürgerversammlung? Ich bin froh, wenn’s wieder vorbei ist.

Run

Badeferien am Meer. Sonnenaufgang. Man wandelt schlaftrunken zum Strand, legt sein Badetüchli auf einen Liegestuhl. Sich vorsorglich den besten Platz sichern. Dann zurück ins Bett oder ans Buffet. Diese Mode reisse auch in der Uzwiler Badi ein, wie ich gestern erfahren habe. Man schnappe sich um 9 Uhr einen Liegestuhl, erledige dann in aller Ruhe seine Geschäfte. Ein morgendlicher Run trotz doppelter Zahl an Liegestühlen.

Am Montag ist um 20 Uhr Bürgerversammlung im Gemeindesaal. Ab 17 Uhr kann man sich den besten Platz sichern. Einfach den Stimmzettel auf den Stuhl legen. Nur, wo sind die besten Plätze? Vorne ist man nahe am Geschehen. Hinten ist man schneller am Apéro-Buffet. Und weg vom Geschütz gibt alte Krieger. Meer gibt’s zwar nicht. Dafür stellen wir zwei prominente Uzwiler in den Mittelpunkt. Gefragt ist der richtige Riecher. Für den besten Platz. Uzwil fehlt eben nur der freie Blick aufs Mittelmeer.

Uurrgghh

Maul auf. Der Zahnarzt sticht emotionslos zu. Die Betäubung müsse gut wirken. Er komme nahe zum Nerv. Kurz darauf surrt und saugt es. Sprühnebel und Scheinwerfer machen einen Regenbogen. Der Zahnarzt fragt, wie’s so gehe. Urgghh. Ohne eine Antwort abzuwarten, verhandelt er mit seiner Assistentin über meinem offenen Mund über ihre Anstellung. Ich schwitze, schlucke. Der neue Vertrag liege auf seinem Bürotisch. Er schleift und poliert. Sie solle den Vertrag zu Hause gut studieren. Ich hätte auf dem Schragen wohl jedes Papier unterschrieben und bin froh, dass er einen guten Job macht.

Wie es sich anfühlt, wenn Sie unseren Geschäftsbericht 2013 nächste Woche lesen? Ob der Gemeinderat auch einen guten Job gemacht hat? Augen auf. Maul auf.